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Daß
schon einige empfunden haben, wie die Intervalle der Siebenfolge noch anders
geordnet werden können, ist in vereinzelten Momenten bereits
bei Liszt und in der heutigen musikalischen Vorwärtsbewegung
ausgesprochener zur Erscheinung gekommen. Der Drang und die Sehnsucht und der
begabte Instinkt sprechen daraus. Doch scheint’s mir nicht, daß eine bewußte
und geordnete Vorstellung dieser erhöhten Ausdrucksmittel sich geformt
habe. Ich habe den Versuch gemacht, alle Möglichkeiten der Abstufung der
Siebenfolge zu gewinnen, und es gelang mir, durch Erniedrigung und Erhöhung der
Intervalle 113 verschiedene Skalen festzustellen. Diese 113 Skalen (innerhalb
der Oktave C-C) begreifen den größten Teil der bekannten „24 Tonarten“, außerdem
aber eine Reihe neuer Tonarten von eigenartigem Charakter.[i] Diese
Versicherungen Busonis, die ein wohlbekanntes Echo fanden, zeigen in ihrer
Unschuld und Summarik, wie Busoni nicht so sehr als trockener Theoretiker
angesehen werden kann denn vielmehr als neugieriger Experimentator; seine
Theorien, obschon sie nicht immer eine adaequate Aufnahme fanden, erregten größtes
Interesse. Das Verzeichnis der von Busoni ausgearbeiteten Skalen befindet sich in der Staatsbibliothek in Berlin; es gehört zum Nachlass und datiert von cirka 1910. Verzeichnet sind nicht nur 113 Skalen, wie Busoni im Entwurf geschrieben hatte, sondern 147, davon 145 aufgezählt in fortlaufender Reihenfolge; die letzten beiden erstrecken sich über zwei Oktaven (Doppelskalen). Beobachtet man die Reihenfolge der Skalen im Manuskript, bemerkt man in den ersten hundertdreizehn Skalen das Fehlen von Kreuzen (##) und b’s; da Busoni in seinem Entwurf auf diese Zahl 113 Bezug nimmt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Skalen 114 bis 147, die er als „Andere Versuche“ bezeichnet, zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt wurden. Busoni könnte die ursprüngliche Liste von 1906 kompiliert und um 1910 die „Anderen Versuche“ hinzugefügt haben. Diese Chronologie scheint sich zu bestätigen aus einem Brief, der in der Deutschen Staatsbibliothek Berlin bewahrt ist[ii], wo man lesen kann, dass Busoni die Liste der Skalen erweitert habe, nachdem er einige Kompositionen von Schönberg kennen gelernt hatte, speziell das Opus 11. [i]
Ferruccio BUSONI: Entwurf einer neuen
Aesthetik der Tonkunst, Trieste (1907), italienisch von Luigi Click here
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